Musiksommer 2021-8 - Kirche SZB

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„ Gott nur kann dir geben wahre Abendruh … “
Schwarzenberg erlebt beim Musiksommer-Konzert des „Kleinen Chores“ Erstaufführung eines Musikliebhabers aus Aue-Bad-Schema

Zwei Komplimente müssen eine Rückbesinnung auf das Konzert des Musiksommers Schwarzenberg am 30. August mit dem Kleinen Chor der Kantorei einleiten.
Zum einen gilt es den treuen Musikfreunden. Sie ließen sich vom regnerischen Frühherbstabend nicht abhalten und fanden den Weg in das Gotteshaus, um "ihre" Sänger und Sängerinnen zu feiern. Zum anderen gilt uneingeschränktes Lob dem Ensemble um Kirchenmusikdirektor Matthias Schubert. Der Kantor - er übernahm neben der Leitung zudem den Tenorpart, die Moderation sowie das Truhenorgel- und Klavierspiel -, Luise Egermann (Sopran) und Anne Roth (Sopran und Flöten), Ingrid Sohrmann und Cornelia Schubert (Alt) sowie Bernd Epperlein und Jürgen Leonhardt (Bass)  boten eine anspruchsvoll-ausgewogene Liedfolge mit stimmlicher und instrumentaler Strahlkraft. Frisch, rhythmisch und homogen interpretierten sie „Viele verachten die edele Musik“ und „Du bist ein Gottesgabe, ach edler Musikklang“ und damit Kompositionen des 16. und 17. Jahrhunderts. Höchst anerkennenswert sei erwähnt, dass diese Liedsätze hohen interpretatorischen Ansprüchen genügen und vom Kleinen Chor mit Bravour vorgetragen wurden. Das betrifft ohne Einschränkung auch die orthodoxen Liturgien, deren Glaubensbotschaft von den Interpreten andachts- und bekenntnishaft zelebriert wurde. Die Kantorei Schwarzenberg darf sich glücklich schätzen, dass sie mit Anne Roth in ihren Reihen über eine Flötistin verfügt, die virtuos-herausragend Francesco Maria Veracinis „Siciliano aus Sonate Quarta B-Dur für Flöte und Basso continuo“ und Martino Bittis „Sonata g-moll für Flöte und Basso continuo“ meisterhaft spielte. Beifall auf offener Szene dankte verdientermaßen der Solistin.
Der Abend bot außerdem eine Schwarzenberger Erstaufführung. Der 71-jährige Roland Hergert, der sich Zeit seines Lebens neben seiner Berufstätigkeit als Zahnarzt musikalisch betätigte, komponierte den Liederzyklus „Mit Freud und Leid durch Jahr und Zeit“ (gedruckte Noten sind unter ISBN 978-3-99018-535-3 erhältlich). Aus diesem zehn Lieder umfassenden Zyklus interpretierte Luise Egermann erstmalig in der „Perle des Erzgebirges“ das in Noten gesetzte Theodor-Fontane-Gedicht „Mittag“. Passend zum Konzertabend heißt es hier: „ … Und doch es klingt als ström‘ ein Regen/Leis tönend auf das Blätterdach“.
Gestärkt mit dem in der Pause gereichten Notenbrunnen-Weinsorten (Danke dem „Ausschankpersonal“), erlebten und genossen die Musikfreunde im zweiten Teil des Musiksommer-Konzertes eine weitgehend bekannte Liedfolge. Ob „Ein Danklied sei dem Herrn“, das „Abendgebet“, „Müde bin ich, geh zur Ruh“ oder „Der Mond ist aufgegangen“; der Kleine Chor überzeugte  mit emotionalen, leicht dahinfließenden und in’s Herz gehenden Vorträgen. Ohne Zugabe endete bisher kein Musiksommer-Schwarzenberg-Konzert. Kirchenmusikdirektor Matthias Schubert wählte für diesen stimmungsvollen Schlussakkord das deutsche Volkslied „Abendlied“ von Hoffmann von Fallersleben und einer Melodie von Johann Christian Heinrich Rinck aus.
„Abend wird es wieder:
Über Wald und Feld
Säuselt Frieden nieder,
und es ruht die Welt.
„Gott nur kann dir geben
wahre Abendruh.“
Bedarf es neben dem Dank an den Kleinen Chor weiterer Worte für dieses trotz coronabedingter Einschränkungen ermutigende Konzert?
Text: Dr. H.-J. Schwochow
Fotos: St. Ditter
11.10.2021
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