Musiksommer 2021-5 - Kirche SZB

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Barockmusik vom Feinsten in barocker St. Georgenkirche
Dresdner Barockorchester sorgt für weiteren musikalischen Glanzpunt des diesjährigen Musiksommers
 
Für die über 200 Musikfreunde, die am 9. August den Weg in die St. Georgenkirche Schwarzenberg fanden, bot der Konzertabend in mehrfacher Hinsicht Besonderes.
Gleich den Verhüllungsprojekten des Künstlerehepaares Christo und Jeanne-Claude bedeckten Schutzhüllen den Altar und die Kanzel des Gotteshauses. Die begonnenen und sehr aufwändigen Sanierungsarbeiten erfordern für eine geraume Zeit diese die Sicht beeinträchtigende „Umkleidung“. Dennoch war in den Begrüßungsworten des Kirchenmusikdirektors Matthias Schubert unschwer die Freude darüber herauszuhören, dass der Musiksommer trotz Pandemie bedingter Einschränkungen überhaupt stattfinden kann. Dafür sei dem engagierten und umsichtigen Kantor von St. Georgen an dieser Stelle ausdrücklich gedankt.
Diese Freude verwandelte sich durch das virtuose Spiels des Dresdner Barockorchesters schnell in Begeisterung. Auch deshalb, weil die Künstler aus der Landeshauptstadt in Schwarzenberg keine Unbekannten sind. Beim Fest Alter Musik im Erzgebirge waren sie zwischen 1994 bis 2008 des Öfteren zu Gast in der Perle des Erzgebirges. Am 9. August stellten Margret Baumgartl und Adéla Drechsel (Violine), Andreas Gerhardus und Lothar Haass (Viola), Alma Stolte (Violincello), Ondrej Stajnochr (Kontrabass) sowie Lucas Pohle (Orgel)  das Werk des italienischen Komponisten und Violinisten Tomaso Giovanni Albinoni in den Mittelpunkt des Konzertabends. Sie würdigten damit den 350. Geburtstag des am 8. Juni 1671 in Venedig Geborenen. Übrigens: 28 Jahre später – am 22. Oktober 1699 - feierte die Schwarzenberger Kirchgemeinde die Weihe ihres prachtvollen Gotteshauses.
Zum reichen kompositorischen Schaffen von Albinoni gehören 17 Opern, 44 bekannte Kantaten und neun Sammlungen von Instrumentalwerken. In Schwarzenberg interpretierten die Dresdner Musiker fünf Sonaten ganz im Geiste der für Albinoni typischen klassischen Ausgewogenheit: heitere Grundstimmung, lange Melodienbögen, pulsierende Rhythmen und einer Neigung zur  Wiederholung. Untrügliches Zeichen dafür sind die Satzbezeichnungen Grave, Adagio, Allegro, Lento und Largo. Besondere Hervorhebung des meisterhaft und überaus sensibel vorgetragenen Konzertes verdient die Improvisation über Themen von Tomaso Albinoni sowie die Fuge h-Moll von Johann Sebastian Bach. An der Schwarzenberger Eule-Orgel konzertierte Lucas Pohle.
Viel zu schnell beendete eine Zugabe des Dresdner Barockorchesters einen außergewöhnlichen Konzertabend. Gerne schließt sich der Schreiber dieser Zeilen dem Urteil der Konzertbesucher an. Sie lobten die ausgewogene Programmauswahl, die exzellente Musizierweise und die melodische Vielfalt des  italienischen Meisters.
Der Musiksommer in der St. Georgenkirche Schwarzenberg lädt schon am 16. August, 19.30 Uhr, zu einem The-Playfords-Konzert mit Tänzen, Melodien und Balladen aus der Zeit William Shakespeares ein.
Seien Sie, liebe Musikfreunde, herzlich eingeladen!
Text: Dr. H.-J. Schwochow
Fotos: St. Ditter
11.10.2021
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