Musiksommer 2021-4 - Kirche SZB

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Die hohe Kunst des a-cappella-Gesangs
Gesangskünstler überraschten und überzeugten

 
Mit einem außergewöhnlichen Konzert wurden die Zuhörer am Abend des 2. August in der St. Georgenkirche Schwarzenberg belohnt.
Im vierten Konzert des diesjährigen Musiksommers begeisterten die Sänger des Ensembles „NOBILES“ aus Leipzig ihr Publikum.
Die 5 ehemaligen Thomaner (Paul Heller, Countertenor; Christian Pohlers, Tenor; Benjamin Mahns-Mardy, Bariton; Lukas Lomtscher, Bassbariton und Lukas Heller, Bass) gestalteten ein Programm, das überraschte.
 
Bereits der erste Titel in der Folge der Lieder begann ungewöhnlich, ja geheimnisvoll. Unter Zuhilfenahme eines Soundstreams über mehrere im Kirchenraum verteilter Lautsprecher untermalte NOBILES das Stück „ascendo sin(π)“ mit sphärischen Orgelklängen und abwechselndem Glockenklang. Wie die Klangkörper, so verteilten sich auch die Sänger weit auseinander im Kirchenschiff und erzeugten mit ihrem Gesang einen polyphonen Klangteppich, der die Zuhörer immer weiter in seinen Bann zog. In lateinischer und hebräischer Sprache verbindet das Stück des zeitgenössischen Komponisten, Frank Danksagmüller (*1969), mathematische und akustische Konzepte von Unendlichkeit im Verbindung mit der christlichen Vorstellung vom Paradies.
Mit dem letzten Stück des ersten Teils des Konzertes blieb das Ensemble dem modernen Charakter des ersten Vortrags treu und interpretierte eine Abfolge von Luther-Madrigalen, die Bernd Franke (*1959) ehemals für "The King‘s Singers" komponierte hatte. Auch hierbei verließen die Künstler den Altarplatz und verteilten die Klänge an unterschiedlichen Stellen im Kirchenraum.
 
Zugegeben, die Musik musste zuweilen erst wohlwollende Ohren finden, man sollte sich auf die Melodien der zeitgenössischen Komponisten und auch auf die Interpretation einlassen. Hier legten sich keine „Ohrwürmer“ auf die musikalische Empfindung der Zuhörer – spannend war es allemal. Die Art des Gesangs ließ kein „Nebenbei hören“ zu.  Die Präzession des Gesanges dagegen überzeugte von Anfang an.
 
Und das setzte sich auch im zweiten Teil des Konzertes fort. Es erklangen zumeist bekannte „Vollxlieder“ (so der Titel der gleichnamigen CD), die jedoch in gekonntem und meisterhaft umgesetztem Arrangement für immer neue Überraschungen sorgten. Für die Bearbeitungen der Stücke schrieben unter anderem Gregor Meyer, (Gewandhauschorleiter), Paul Heller, Christian Pohlers sowie Fredo Jung die Noten.
Die stimmliche Gestaltung der einzelnen Titel zeichnete sich durch Harmonie, Präzision, Ausgewogenheit und emotionale Dynamik aus. Trotzdem strahlte eine freudige Leichtigkeit in die Kirche und erreichte schnell auch den letzten der Konzertbesucher. Hier sangen Profis, die ihre Kunst lieben und bemüht sind, diese weiterzugeben. Das ist ihnen gelungen. Damit haben die Sänger von NOBILES ein dankbares Publikum gefunden.

Das Programm wurde begleitet und aufgelockert durch eine gekonnte Moderation. Informativ, unterhaltsam und bisweilen mit Augenzwinkern und offenem Humor.
Ein gelungenes Konzert mit hohem Anspruch. Ein ernstzunehmendes Konzert, aber voller Freude.

Es bleibt zu hoffen, dass NOBILES gerne wieder nach Schwarzenberg kommt.
Also dann, bis bald.
Text und Fotos: J. Leonhardt
11.10.2021
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