Musiksommer 2021-2 - Kirche SZB

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Thomanerchor gastierte in Schwarzenberg
Hochkarätiges Konzert im Musiksommer in St. Georgen
 
Wie soll man dieses Konzert beschreiben?
Welche Superlative werden diesem Abend gerecht?
Der Thomanerchor war‘s. Punkt.
 
Zum zweiten Konzert im Rahmen des diesjährigen Musiksommers gastierte der weltbekannte Knabenchor in der St. Georgenkirche in Schwarzenberg am 19. Juli 2021.
Und das gleich zweimal. In Folge der gebotenen Abstandsregeln in der Coronapandemie gaben die jungen Sänger sowohl um 17:00 als auch um 19:30 Uhr ein Konzert. Dabei war es dem Chor erst von drei Wochen wieder möglich, zu einer Gesamtprobe zusammenzukommen. Seit über einem Jahr probte man nur in kleinen Gruppen. Umso dankbarer waren Kantor Matthias Schubert und mit ihm alle Besucher des Abends, dass dieses Konzert nun stattfinden konnte.
 
Die Erwartungen der Konzertbesucher waren sicher hoch gesteckt. Doch der Chor überzeugte erneut mit einer selten erreichten Präzision und Klarheit in der Interpretation der vorgetragenen Stücke. Das ist „Gesang in seiner reinsten Form!“
 
Der Thomanerchor Leipzig blickt auf eine 800-jährige Geschichte zurück und zählt damit zu den ältesten Kultureinrichtungen in Europa und der Welt. Die Mitglieder des Chores handeln nach dem Grundsatz: „Glauben, Singen, Lernen“. Die Kinder und Jugendlichen zwischen 9 und 18 Jahren leisten dabei an jedem Tag ein hohes Pensum an musikalischer Arbeit und haben sich damit unseren Respekt und unsere Anerkennung verdient. Dafür präsentiert sich die Formation als einer der besten Chöre weltweit und steht ganz in der musikalischen Tradition seines berühmten Kantors Johann Sebastian Bach. Die jungen Sänger in ihren bekannten Kieler Blusen gleich ihren älteren Mitsängern in den dunklen Anzügen boten in den beiden Konzerten einen musikalischen Querschnitt aus sechs Jahrhunderten. Werke von Praetorius (1571–1621), Schütz (1585–1672) und Bach (1685–1750) waren zu hören wie auch Stücke jüngerer Komponisten wie Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847), Willy Burkhard (1900–1955), Max Reger (1873–1916) und Frank Martin (1890–1974).
 
Bereichert wurde das Programm mit Orgelvorträgen von Thomasorganist Ullrich Böhme.
Die musikalische Begleitung übernahmen zudem Cornelia Osterwald an der Orgel und Hartmut Becker am Violoncello.
Thomaskantor Gotthold Schwarz, im Amt der 17. Nachfolger Bachs, gelang es nicht nur mit der Taktvorgabe, sondern vor allem mit Gestik und Mimik den Chor präzise und punktgenau zu leiten. Gepaart mit der Konzentration und dem Leistungsvermögen der Sänger interpretierte der Chor polyfonen Gesang der Extraklasse.
Die Begeisterung der zahlreichen Besucher spiegelte sich am Ende des Konzertes in langanhaltenden Beifall und nicht zuletzt in der am Ausgang gesammelten Kollekte wider. Die Einnahmen von 2.522 Euro gehen je zur Hälfte an die Kantorei und als Spende auf das Konto für die Opfer der Hochwasserkatastrophe.
 
Das Konzert des Thomanerchores reite sich ein in die Reihe hochkarätiger musikalischer Vorträge im Rahmen des Musiksommers in Schwarzenberg, der in diesem Jahr übrigens erst am 24. September mit Musik von Heinrich Schütz, dargeboten durch den Dresdner Kammerchor unter Hans-Christoph Rademann seinen Abschluss finden wird.

Text und Fotos: Jürgen Leonhardt
27.07.2021
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