accorda - Kirche SZB

Direkt zum Seiteninhalt
Fotos: Jürgen Leonhardt
Barocke Klangmalerei erfüllt barockes Gotteshaus

Schwarzenberg.
Was mag die Schwarzenberger nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) und vor dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763) bewegt haben? Trauer, Schmerz, Verlustangst, verhaltene Freude, Hoffnung oder Frohsinn bei der Weihe ihres Gotteshauses auf dem Felssporn am  22. Oktober 1699?
Uns Nachgeborenen fällt es schwer, die Gefühls- und Gedankenwelt der damals lebenden Menschen zu erahnen, geschweige denn nachzuvollziehen. Glücklicherweise hilft die Musik, diese Fragen zu beantworten. In unserem Fall das fünfte Konzert des Musiksommers in St. Georgen „Con spirito“ am 3. August mit dem Ensemble Accorda. Charlotte Kohl und Lisa Kuhnert (beide Barockvioline) sowie Jakob Herzog (Barockcello), Richard Röbel (Cembalo/Orgel) und Alexander Pilchen (Barockvioline/Barockviola) entfalteten mit ihrer Interpretation von Kirchensonaten aus zwei Jahrhunderten barocken Glanz im barocken Gotteshaus zu Schwarzenberg. Mit ihrem virtuosen Spiel zogen sie trotz coronabedingter Einschränkungen die zahlreich erschienenen Konzertfreunde in ihren Bann. Das im In- und Ausland gefragte Quintett hat sich besonders der historischen Aufführungspraxis verschrieben. So verwundert es nicht, dass sie Mozarts Kirchensonaten Nr. 7, 1 und 17 jene ernsthafte Leichtigkeit verliehen, welche die Komponierweise des Salzburger Musikers und Wiener Klassikers auszeichnen. Im vogtländischen Oelsnitz wurde um 1619 Johann Rosenmüller geboren. Seine meisterhaft vorgetragene „Sonatae a du für zwei Violinen, Viola und Basso continuo“ gehörte zu den Glanzstücken des Abends. Gleiches gilt für die mit viel Beifall bedachte „Sonate a tre für zwei Violinen und Orgel“ von Johann Gottlieb Janitsch (1708-1763). Wer bisher den 1678 in Venedig geborenen Antonio Vivaldi vordergründig mit „Die vier Jahreszeiten“ in Verbindung brachte, erlebte in St. Georgen mit dem Vortrag seines „Konzertes F-dur für Violine, Orgel und Streicher“ eine einzigartig-harmonisierende Klangfülle.
Lang anhaltender Applaus dankte den jungen Künstlern für ein Konzert zwischen Barock und Wiener Klassik. Dank ebenso allen, die diesen sommerlichen Musikabend organisierten, begleiteten, den belebenden Schwarzenberger Orgelwein ausschenkten und so für eine musikalische Abwechslung in einer Zeit der Einschränkungen sorgten.
Schon am 10. August lädt um 19.30 Uhr das nächste Musiksommer-Konzert ein. Dann überschreibt die Berliner Gruppe „Aufwind“ ihren Vortrag jiddischer Geschichtenlieder mit „Arele un der rojter ber in wald – Arele und der rote Bär im Wald“.
hjs
21.10.2020
Zurück zum Seiteninhalt